Wie fördere ich meine Kreativität?

“Müsste ich Leben in einem Wort beschreiben, dann so: Leben ist Schaffen”, sagte Claude Bernard. Wir sprechen ja auch von der Schöpfung. Und auch für jeden Einzelnen von uns ist Kreativität eine der wichtigsten Fähigkeiten, die uns auf unserem Weg durch das Leben unterstützen. Es ist unsere Vorstellungskraft und es sind unsere Wünsche, die unser Leben gestalten, oder zumindest mitgestalten. Nur wenn ich mir vorstellen kann, was ich mir erträume, werde ich es auch erreichen können.

Alle schöpferischen Menschen sammeln zunächst einmal eine Menge mehr oder weniger ausgefallene Ideen, erstellen dann einen gedanklichen Plan und setzen ihn erst danach in die Tat um. Das Gebäude, in dem ich mich gerade befinde; die Möbel in meinem Arbeitszimmer; das Auto, das gerade am Haus vorbeifährt; das Flugzeug, mit dem Ulrikes Mutter letzte Woche nach Schottland flog; das Handy, das ausgerechnet jetzt klingelt – alles war zunächst ein Gedanke im Gehirn eines Architekten, eines Tischlers, eines Konstrukteurs oder Ingenieurs. Große Sinfonien, dicke Romane und faszinierende Kunstwerke – sie alle gab es nur in den Köpfen der jeweiligen Komponisten, Autoren und Künstler, bevor sie das Licht der Welt erblickten. Und auch ich selbst war anfangs “nur” ein liebevoller Gedanke meiner Eltern oder vielleicht sogar im Bewusstsein eines weitaus größeren Wesens, wer weiß das schon so genau.

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Wie halte ich es mit der Religion?

Gehst Du regelmäßig zur Kirche? Bist Du ein gläubiger Mensch? Und wie hältst Du persönlich es mit fremden Religionen? Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es eine große Herausforderung ist, anderen Glaubensgemeinschaften mit Offenheit zu begegnen.

Evangelisch getauft, aber in einer sehr frei denkenden Familie groß geworden, habe ich schon recht früh Anhänger anderer Glaubensrichtungen kennen- und schätzen gelernt. Eine meiner ersten Freundinnen war neuapostolisch. Bei ihr trafen sich regelmäßig ganz liebe Menschen der verschiedensten Altersstufen und Konfessionen, um sich auszutauschen: Juden, Zeugen Jehovas, katholische und evangelische Christen, einmal sogar ein Moslem.

Später kam ich in Kontakt mit einem Anhänger von Scientology, der mich aber nicht überzeugen konnte, da mein Freiheitsbedürfnis längst größer war als die Sehnsucht, irgendwo “dazuzugehören”. Auch eine kurze Mitgliedschaft in einem Studienkreis rund um einen sehr faszinierenden Mann namens Gordon Freeman Fraser, der 2005 im Alter von 91 Jahren starb, brachte zwar eine Fülle von Erkenntnissen und ein paar echte Freunde, doch wirklich “nachfolgen” wollte ich ihm nicht. Das war einfach nicht “mein Ding”.

Inzwischen war ich selbst auch aus der Kirche ausgetreten und hatte mich mehr mit den Philosophien des Hinduismus und natürlich des Buddhismus befasst. Auch esoterische Sichtweisen zogen mich bald mehr und mehr in ihren Bann. Und schließlich zimmerte ich mir nach und nach so etwas wie meine eigene Sicht der Welt zusammen, geprägt von den Gedanken der großen Philosophen von Sokrates bis hin zu Martin Heidegger, der ja lange Rektor hier an der Freiburger Universität war und viele seiner Werke in Todtnauberg schrieb, einem Ort im Schwarzwald, den Ulrike und ich immer wieder gerne besuchen.

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Glaube ich an Gott?

Den Begriff “Gott” verwende ich eher selten, weil jeder darunter etwas anderes versteht. Viel lieber spreche ich über das Leben (im umfassendsten Sinn), das Lernen (Entwicklung) und die Liebe (die höchste aller Energieformen). All das ist Gott. Gleichzeitig erleichtere ich mir die Verbundenheit mit diesem übergeordneten Bewusstsein, indem ich es auf eine Ebene bringe, die ich verstehen kann. Und so entstehen manchmal Gespräche wie das folgende:

Hallo, mein Freund, ich brauche mal wieder deine Hilfe. Ich habe mir wie so oft etwas vorgenommen, das ein paar Nummern zu groß für mich ist. Doch bestimmt kannst du mir in dieser Sache den einen oder anderen Rat geben. Es handelt sich nämlich um eine Angelegenheit, in der sich niemand besser auskennt als du.

Grüß dich Jürgen, wo drückt denn der Schuh? Du weißt ja, ich habe immer ein offenes Ohr für dich und bin immer an deiner Seite. IMMER und ÜBERALL! Und ich freue mich, dass du dich so direkt an mich wendest. Das ist selten geworden in der heutigen Zeit. Viele deiner Mitmenschen kennen mich kaum noch. Was kann ich also für dich tun, mein Sohn?

Genau darum geht es: Dass dich viele nicht richtig kennen. Auch ich selbst zähle mich immer noch dazu. Ich habe in letzter Zeit sehr viel über dich nachgedacht. Ich versuchte herauszufinden, wie ich dich sehe und wie ich dich beschreiben würde. Und ich muss dir gestehen, das ist eine ganz schöne Herausforderung.

Dann sei dankbar dafür, denn was dich fordert, das fördert dich auch in deiner Entwicklung. Und das ist gut so. Gab es einen besonderen Anlass, der dich dazu brachte, dir Gedanken über mich zu machen?

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Zeige ich mich so, wie ich bin?

Ich mag, ich schätze und ich vertraue Menschen, die mir aufrichtig sagen, was sie denken, und die dann auch tun, was sie sagen. Bei ihnen weiß ich immer, woran ich bin. Und das tut gut. Deshalb ist Ehrlichkeit mir selbst und dem anderen gegenüber für mich das A und O jeder liebevollen und gelungene Beziehung.

Früher habe ich im täglichen Leben oft Masken aufgesetzt, die nur gewisse Seiten von mir zeigten und andere Teile geschickt verbargen. Das war vor allem im Beruf der Fall, aber auch viel zu oft während der privaten Begegnung mit anderen Menschen. Heute weiß ich, dass ich mein wahres Ich zeigen darf und sogar muss, wenn ich als Mensch wirklich geliebt werden möchte.

Teil 3: Die Liebe ist ehrlich.

Ulrike und ich haben uns von Anfang an entschieden, diese Masken abzulegen. Gleichzeitig haben wir uns gegenseitig dazu verpflichtet, in allem aufrichtig zu sein und uns ganz offen alles zu sagen, was uns auf dem Herzen liegt. Das ist sicher einer der Gründe, warum wir nun seit über 13 Jahren eine harmonische und ausgesprochen gute Partnerschaft führen. Wir wissen, dass wir uns vertrauen können. Und das ist uns beiden sehr, sehr wichtig.

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Warum ist ein gesundes Selbstwertgefühl so wichtig?

Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass ich zu den meisten Dingen, die mein Leben lebenswert machen – Gesundheit, Partnerschaft, Wohlstand, Erfolg und so weiter – selbst etwas Entscheidendes beitragen kann. Die Frage ist nur: Bin ich es mir wert, etwas für mich zu tun? Wenn meine Antwort darauf ein klares “Ja” ist, dann unternehme ich auch die erforderlichen Schritte.

Die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls ist für mich deshalb eine der wichtigsten Grundlagen für all die anderen Dinge, die ich mir in meinem Leben wünsche. Und weil ich das weiß, habe ich bereits Anfang 2011 einen 7-wöchigen Kurs zu diesem wichtigen Thema gestartet. Hier ein paar Stimmen ehemaliger Teilnehmer:

Hallo Jürgen,
ich find es beachtlich, das Alltägliche, was jeder jeden Tag so belanglos macht, einmal bewusst zu tun … das kostet kein Geld, man muss nirgends hin. Nur sich Zeit für sich in dem Moment nehmen. Mit sich selber achtsam umgehen … Ein ganz toller Anfang!
Danke fürs bewusstmachen!
Herzlichst
Nina

Lieber Jürgen,
in der 1. Woche bin ich wirklich zu mir gekommen, zwar nicht immer aber immer öfter.
Es ist eine Freude, dass ich den Weg zu einem gesunden Selbstwertgefühl mit Dir gehen darf.
Auf dieser Reise habe ich schon viele wertvolle Erkenntnisse gewinnen können und freue mich schon auf die nächste Etappe.
Liebe Grüße Frank

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