bewusst leben

Wenn Du mich nach der wichtigsten Grundlage für ein rundum gelungenes und erfülltes Leben fragst, dann kann ich das inzwischen ganz leicht auf einen Nenner bringen: Liebevolle Achtsamkeit! Denn je achtsamer und liebevoller ich dem Leben begegne, desto lebendiger fühle ich mich, desto mehr lerne ich über die wirklich wichtigen Dinge, und desto mehr Liebe empfange ich auch.

Jeder Tag ist ein kostbares Geschenk. Jeder Tag ist es wert, in seiner ganzen Fülle wahrgenommen und gelebt zu werden. Und jeder Tag schmeckt so, wie ich ihn am Morgen würze. Wenn ich also achtsam und liebevoll leben möchte, dann fange ich damit am besten noch vor dem Aufstehen an.

Dies ist der Start einer Artikelserie, in der ich in loser Folge von den guten Gewohnheiten erzähle, die mir persönlich dabei helfen, immer achtsamer und liebevoller zu werden.

1995 besuchte ich ein Seminar zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit. Der Redner, dessen Muttersprache Englisch war, brachte sich immer wieder mit dem Satz Here’s your present! auf Kurs, wenn er feststellte, dass er den Faden verlor. Damals hat irgendetwas in mir “Klick” gemacht. Present? Bedeutete das neben Gegenwart nicht auch Geschenk? Stimmt. Und auch im Deutschen bezeichnen wir ein Mitbringsel ja als kleine Aufmerksamkeit. So weist schon die Sprache deutlich darauf hin, was für eine große Gabe es ist, im Hier und Jetzt leben zu können.

Wenn Du diese Woche öfter auf Deine Gedanken geachtet hast, wirst Du vielleicht bemerkt haben, dass darunter auch viele Forderungen und Erwartungen an Dich selbst und andere sind, die oft überhaupt nicht der Wirklichkeit entsprechen, die Du gerade erlebst. Da tauchen Gedanken auf wie zum Beispiel: “Die Verkäuferin an der Supermarktkasse sollte freundlicher sein”, “Immer kommt alles auf einmal”, “Ich sollte immer das Richtige tun”, “Kinder sollten sich Erwachsenen gegenüber besser benehmen”, “Ich kann das nicht”, “Mein Kollege sollte sich mehr Mühe geben”, “Ich sollte mehr für andere da sein”, “Mein Partner sollte mir aufmerksamer zuhören”, “Ich sollte erfolgreicher, schlanker, hübscher oder was auch immer sein”, “Der Handwerker sollte pünktlich sein” oder “Ich sollte zuverlässiger sein” und so weiter.

Was vorbei ist, ist vorbei. Und es ist wichtig, nach vorn zu schauen. Das sage ich immer wieder. Doch alles hat mehrere Seiten, und irgendjemand sagte einmal: „Erinnerung ist die Kraft, im Winter Rosen zu pflücken.“ Wenn das so ist, dann kann sie an einem grauen Regentag auch die Sonne in uns scheinen lassen und Dankbarkeit und Freude in uns auslösen. Deshalb finde ich es ebenso wichtig, immer wieder einmal einen Blick zurück zu werfen.

Mein Körper ist ein wahres Wunderwerk, an dem die Natur Milliarden Jahre gebastelt hat. Er begleitet mich mein Leben lang überallhin, dient mir voller Hingabe und lässt mich mein Glück empfinden, Tango tanzen, lachen, sprechen, nachdenken und vieles mehr. Die Liebe und Achtsamkeit, die ich dem Leben entgegenbringe, zeigt sich wohl am deutlichsten darin, wie ich mit meinem Körper umgehe.